phillip_schulte_0421-jpg

Phillip Schulte

Founder, CEO

B2B E-Commerce

Welche Plattformen eignen sich am besten für B2B Webshops?

Bild

 
Veröffentlicht am
13. Januar 2026
 
 

Das Wichtigste in Kürze


  • B2B E-Commerce ist ein strategischer Hebel: Automatisierung, Effizienzsteigerung und bessere Kundenerlebnisse machen digitale Vertriebskanäle im B2B unverzichtbar.
  • Ein B2B Webshop hat spezielle Anforderungen: Kundenspezifische Preise, komplexe Produktkataloge, Rollen- und Rechtekonzepte sowie Self-Service-Funktionen sind zentrale Erfolgsfaktoren.
  • Die Plattformwahl ist individuell: Ob Open Source, SaaS oder Headless – entscheidend sind Prozesse, Integrationen, Skalierungsziele und interne Ressourcen.
  • Moderne Architekturen gewinnen an Bedeutung: Composable- und Headless-Ansätze bieten mehr Flexibilität und Zukunftssicherheit.
  • Integration ist oft der größte Aufwand: ERP-, PIM-, CRM- und E-Procurement-Anbindungen sind zentral für einen funktionierenden B2B Shop.
  • Kosten hängen stark vom Umfang ab: Neben der Plattform beeinflussen Design, Integrationen, individuelle Funktionen sowie Betrieb und Weiterentwicklung das Budget maßgeblich.

 

Was ist ein B2B Webshop?


Ein B2B Webshop ist eine digitale Verkaufsplattform, über die Unternehmen ihre Produkte oder Dienstleistungen an andere Unternehmen verkaufen. Anders als im B2C richtet er sich nicht an private Endverbraucher, sondern an Geschäftskunden wie Händler, Wiederverkäufer oder Industriebetriebe. Diese Zielgruppe hat besondere Anforderungen: Häufig gibt es Mindestbestellmengen, individuelle Preisstrukturen und die Preise werden in der Regel netto angezeigt.

Damit ein B2B Webshop den echten Geschäftsalltag abbildet, benötigt er zentrale Funktionen wie kundenspezifische Preise, komplexe Produktkataloge, Rollen- und Rechteverwaltung sowie Self-Service-Bereiche für Bestellungen, Rechnungen oder Nachbestellungen. Solche Features machen es möglich, Geschäftsprozesse effizienter zu gestalten und Kunden ein professionelles, intuitives Einkaufserlebnis zu bieten.

 

Welche Vorteile hat ein B2B Webshop?


B2B Webshops bieten Unternehmen zahlreiche Vorteile, um Vertrieb und Einkauf effizienter zu gestalten und zukunftsfähig aufzustellen. Durch die Automatisierung zentraler Prozesse wie Bestellungen, Angebotsanfragen oder Nachbestellungen lassen sich manuelle Aufwände deutlich reduzieren. Das senkt langfristig die Betriebskosten und entlastet interne Teams, insbesondere im Vertrieb und Kundenservice.

Ein weiterer Vorteil ist der Zugang zu nationalen und internationalen Märkten. Mit einer digitalen Online-Präsenz können Unternehmen neue Kundengruppen erreichen, ohne zusätzliche Vertriebsstrukturen aufbauen zu müssen. Gleichzeitig profitieren Geschäftskunden von einem verbesserten Einkaufserlebnis: Bestellungen sind jederzeit möglich, Preise und Konditionen können individuell dargestellt werden und Prozesse werden transparenter.

Darüber hinaus liefern B2B Webshops wertvolle Daten über Kunden, Produkte und Kaufverhalten. Diese Daten bilden die Grundlage für fundierte Entscheidungen, kontinuierliche Optimierungen und datengetriebene Weiterentwicklungen. Gerade für Geschäftsführung und Vertriebsverantwortliche wird der B2B Webshop damit zu einem zentralen Instrument, um Umsatzpotenziale zu erschließen und Vertriebsprozesse effizienter zu steuern.

 

Welche B2B E-Commerce Plattformen gibt es?


Der Markt für B2B E-Commerce Lösungen ist vielfältig und entwickelt sich schnell weiter. Unternehmen stehen heute vor der Frage, welches System am besten zu ihren Anforderungen, Prozessen und Wachstumsplänen passt. Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, lohnt sich ein Blick auf die grundlegenden Plattform-Typen sowie auf die Lösungen, die sich im B2B-Umfeld etabliert haben.

 

Überblick: Open-Source vs. SaaS vs. Headless


Unternehmen haben heute eine breite Auswahl an B2B E-Commerce Systemen, die sich vor allem in ihrer technischen Struktur und ihrem Betriebsmodell unterscheiden. Eine wichtige Entscheidung fällt daher schon zu Beginn: Open-Source, SaaS oder Headless bzw. Composable Commerce.
  • Open-Source-Systeme bieten viel Freiheit und ermöglichen individuelle Anpassungen, setzen aber technisches Know-how voraus.
  • SaaS-Lösungen punkten durch schnelle Einführung, regelmäßige Updates und geringere Wartung, sind jedoch weniger flexibel bei Sonderanforderungen.
  • Composable- und Headless-Architekturen kombinieren das Beste aus beiden Welten: Sie bestehen aus modularen Bausteinen, die per API miteinander verbunden werden. Dadurch lassen sich Systeme sehr flexibel erweitern und optimal an bestehende IT-Landschaften anbinden.

 Die Wahl des Modells hängt stark davon ab, wie komplex die Prozesse sind, wie schnell das System wachsen soll und welche internen Ressourcen zur Verfügung stehen.

 

Vergleich der beliebtesten B2B-Plattformen 

 

Der Markt für B2B E-Commerce Plattformen ist stark gewachsen. Einige Lösungen haben sich dabei besonders etabliert – jede mit eigenen Stärken und Einsatzbereichen.

  • Shopware 6 bietet eine moderne Architektur, eine intuitive Bedienoberfläche und eine B2B Suite, die wichtige Funktionen wie Rollenmodelle und kundenspezifische Preise abdeckt. Für viele mittelständische Unternehmen ist Shopware ein guter Einstieg in den professionellen B2B E-Commerce.
  • Adobe Commerce (Magento) überzeugt durch hohe Flexibilität und ein breites Funktionsspektrum. Die Plattform eignet sich besonders für Unternehmen, die komplexe Anforderungen haben oder internationale Shops betreiben möchten.
  • SAP Commerce Cloud ist vor allem dann interessant, wenn bereits SAP als ERP im Einsatz ist. Die tiefe Integration in bestehende SAP-Prozesse macht die Plattform zu einer stabilen Option für große Unternehmen.
  • OroCommerce wurde speziell für den B2B-Bereich entwickelt und bietet zahlreiche Funktionen, die im industriellen und technischen Umfeld relevant sind.
  • Commercetools steht für eine moderne MACH-Architektur (Microservices, API-first, Cloud-native, Headless). Die Plattform ermöglicht maximale Flexibilität und Skalierbarkeit und eignet sich besonders für Unternehmen, die langfristig in eine composable Commerce Landschaft investieren möchten.

 

Welche B2B-Plattform ist die beste?

 

Die Frage nach der „besten“ B2B E-Commerce Plattform lässt sich nicht pauschal beantworten, denn jedes Unternehmen hat unterschiedliche Anforderungen, Prozesse und Ziele. Während einige Firmen eine flexible Lösung benötigen, die sich stark anpassen lässt, legen andere Wert auf eine schnelle Implementierung oder eine nahtlose Integration in bestehende Systeme wie ERP oder CRM. Deshalb hängt die Entscheidung weniger von der Plattform selbst ab, sondern davon, wie gut sie zu den eigenen Rahmenbedingungen passt.

Für IT- und Digitalverantwortliche spielt dabei vor allem die Frage eine Rolle, wie gut sich die Plattform in bestehende Systemlandschaften integrieren und langfristig betreiben lässt.
Wichtige Kriterien sind unter anderem die Unternehmensgröße, die Komplexität der Produkt- und Preisstrukturen sowie der Bedarf an Schnittstellen zu anderen Systemen. Auch das interne IT-Know-how und die langfristige digitale Strategie spielen eine Rolle. Unternehmen, die stark wachsen wollen oder mehrere Märkte bedienen, profitieren eher von skalierbaren, modularen Architekturen. Wer hingegen klare Prozesse und überschaubare Anforderungen hat, kann mit einer weniger komplexen Lösung schnell starten. Eine gut strukturierte Anforderungsanalyse hilft dabei, das passende System auszuwählen und teure Fehlentscheidungen zu vermeiden.

 

Woran sollten Unternehmen denken, bevor sie eine B2B E-Commerce Plattform auswählen?

 

Um den Auswahlprozess  zu erleichtern, unterstützt Sie die folgende Checkliste dabei, die wichtigsten Fragen vor der Entscheidung für eine B2B Plattform zu klären. Sie hilft dabei, Prioritäten zu setzen und bereits früh zu erkennen, welches System zu Ihrer eigenen Strategie und Infrastruktur passt.

  1. Geschäftsziele & digitale Strategie
    • Welche Ziele sollen mit dem B2B Webshop erreicht werden?
    • Wie wichtig ist die langfristige Skalierbarkeit?
    • Welche Rolle spielt E-Commerce im Gesamtunternehmen?
  2. Komplexität des Produkt- & Preisangebots
    • Gibt es viele Varianten oder technische Produktdaten?
    • Sind kundenspezifische Preise, Rabatte oder Angebotsprozesse notwendig?
    • Arbeiten Sie mit Mindestbestellmengen oder individuellen Konditionen?
  3. Integrationen in bestehende Systeme
    • Welche Systeme müssen angebunden werden (ERP, CRM, PIM, E-Procurement)?
    • Werden Echtzeitdaten für Preise, Lagerbestände oder Bestellungen benötigt?
    • Wie modern und stabil ist die bestehende IT-Infrastruktur?
  4. Anforderungen an Flexibilität & Skalierung
    • Soll das System modular und erweiterbar sein (Headless / Composable)?
    • Wie hoch ist das erwartete Wachstum?
    • Gibt es internationale Anforderungen?
  5. Benutzerfreundlichkeit & Kundenerlebnis
    • Wie intuitiv soll der Shop sein?
    • Benötigen Kunden Self-Service-Bereiche oder spezielle Rollenrechte?
    • Ist mobile Nutzung wichtig?
  6. Interne Ressourcen & technisches Know-how
    • Gibt es IT-Personal für Betrieb und Weiterentwicklung?
    • Soll ein externer Partner langfristig unterstützen?
    • Wie viel internes Engagement ist realistisch?
  7. Sicherheit, Datenschutz & Compliance
    • Welche Sicherheitsanforderungen bestehen?
    • Müssen branchenspezifische Vorgaben erfüllt werden?
    • Welche Hosting- oder Zertifizierungsanforderungen gibt es?
  8. Budgetrahmen & laufende Kosten
    • Welches Budget steht für den Start zur Verfügung?
    • Welche monatlichen Kosten sind akzeptabel?
    • Gibt es Spielraum für spätere Erweiterungen?

 

Was kostet ein B2B-Shop?

 

Die Kosten für einen B2B Webshop setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen, die je nach Anforderungen stark variieren können. Eine wichtige Rolle spielt das Lizenzmodell der gewählten Plattform, da sich die monatlichen oder jährlichen Gebühren zwischen Open-Source-, SaaS- oder Enterprise-Systemen deutlich unterscheiden.

Ein zentraler Kostenpunkt entsteht bereits in der Konzeptionsphase. Hier müssen Anforderungen analysiert, Nutzergruppen definiert und Prozesse strukturiert werden.

Darauf aufbauend beeinflussen Design und User Experience das Budget erheblich. Anders als im B2C geht es dabei weniger um visuelle Effekte, sondern um klare Informationsarchitektur, effiziente Nutzerführung und funktionale Oberflächen für unterschiedliche Nutzerrollen. Dashboards, Produktkonfiguratoren oder spezielle Bestellprozesse erfordern eine enge Verknüpfung von Konzept, UX und technischer Umsetzung.

Der größte Kostenfaktor ist in vielen Projekten die Integration in bestehende Systeme, etwa ERP-, PIM- oder CRM-Lösungen. Sie sorgt dafür, dass Daten wie Preise, Lagerbestände oder Kundendaten automatisiert und in Echtzeit synchronisiert werden. Ebenso wichtig sind individuelle Funktionen, die typische B2B-Prozesse abbilden – beispielsweise Rollen- und Rechtekonzepte, Freigabeprozesse oder automatisierte Bestelllogiken. Hinzu kommen laufende Ausgaben für Hosting, Cloud-Infrastruktur, Support und Weiterentwicklung, die sicherstellen, dass der Shop stabil, sicher und langfristig ausbaufähig bleibt. 

 

Exkurs: Welche E-Procurement-Systeme gibt es?

 

E-Procurement-Systeme sind Softwarelösungen, die den Einkauf von Waren und Dienstleistungen digitalisieren, automatisieren und effizienter gestalten. Sie unterstützen Unternehmen dabei, Bestellprozesse zu vereinfachen, Freigaben zu beschleunigen und Beschaffungskosten zu senken. Durch transparente Abläufe und standardisierte Workflows entsteht ein Einkaufssystem, das nicht nur Zeit spart, sondern auch Fehler reduziert und die Nachvollziehbarkeit verbessert.

 

Zu den bekanntesten Lösungen gehören SAP Ariba, Coupa, Jaggaer und Mercateo Unite. Diese Systeme ermöglichen es Unternehmen, Lieferanten zentral zu verwalten, Budgets zu steuern und Bestellungen digital abzuwickeln. Für Hersteller, Händler oder Großunternehmen ist die Anbindung an solche E-Procurement-Plattformen oft ein wichtiger Schritt, um professionellen Einkaufsteams ein nahtloses und effizientes Bestellerlebnis zu bieten.

 

Damit ein B2B Webshop in diese Beschaffungsprozesse integriert werden kann, werden häufig Punchout-Schnittstellen eingesetzt – etwa über OCI oder cXML. Sie ermöglichen es Kunden, direkt aus ihrem E-Procurement-System in den Shop zu springen, Produkte auszuwählen und die Bestellung anschließend wieder in das interne System zurückzuführen. Das schafft eine durchgängige User Journey und sorgt dafür, dass der B2B Shop optimal in bestehende Einkaufsstrukturen eingebettet ist.

 

 

Fazit: Entwicklung von B2B E-Commerce: Trends & Anforderungen

 

Geschäftskunden erwarten heute eine User Experience, die sie aus dem B2C kennen: schnell, intuitiv und transparent. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Nachvollziehbarkeit entlang der gesamten Lieferkette. Unternehmen müssen daher nicht nur effizient arbeiten, sondern auch zeigen, wie verantwortungsvoll sie wirtschaften.

 

Technologisch gesehen setzen sich Composable- und Headless-Architekturen immer stärker durch. Sie ermöglichen es Unternehmen, ihre E-Commerce-Landschaft flexibel zu gestalten und einzelne Komponenten nach Bedarf auszutauschen oder zu erweitern. Dadurch lassen sich digitale Systeme wesentlich leichter an neue Geschäftsmodelle, Märkte oder Integrationen anpassen. Ergänzt durch Automatisierung, Datenanalyse und moderne KI-Technologien entsteht eine Infrastruktur, die Prozesse beschleunigt und gleichzeitig Raum für Innovation schafft.

 

Wenn Sie sich aktuell mit der Einführung oder Weiterentwicklung eines B2B Webshops beschäftigen, unterstützen wir Sie gerne – von der strategischen Konzeption über die Systemauswahl bis hin zur technischen Umsetzung und Integration in bestehende Systeme.